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Die Vorgründungszeit

[entnommen aus der Jubiläumsschrift des Musikvereins anlässlich seines 100. Jubiläums im Jahre 1983]
 

Die Pflege der Musik und das Musikwesen in den Gemeinden und Orten des Sauerlandes haben eine sehr lange Tradition. Die ersten Bestrebungen, sich in Gruppen und Vereinen zusammenzuschließen, lassen sich bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Allerdings sind diese Zusammenschlüsse nicht immer von Dauer gewesen. Offensichtlich waren auch die Wirrnisse der Zeit nicht gerade dazu angetan, sich der Muse in organisierter Form hinzugeben. 

Das Herzogtum Westfalen, zu dem die damalige Gemeinde Förde gehörte, wurde 1803 im Zuge der Säkularisierung Hessen - Nassau zugesprochen. Die französischen Revolutionsheere durchzogen das Land in Richtung Osten und brachten Not und Elend. Hessen - Nassau, welches von Napoleon abhängig war, musste immer mehr Truppen für dessen Kriege gegen Preußen, Österreich und Russland rekrutieren. Viele junge Männer entzogen sich trotz angedrohter harter Strafen der Einberufung durch ihre Flucht in die heimischen Wälder. Nachdem Napoleon 1812 in Russland geschlagen war, durchzogen noch einmal die Russen das Land in Richtung Westen. Obwohl die Russen Bundesgenossen der Preußen waren, raubten und plünderten sie. Tausende von Soldaten mussten versorgt werden. 1816 wurde das Herzogtum Westfalen Preußen zugesprochen. Diesem gehörte es dann bis zur Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen nach dem 2. Weltkrieg an.

Nach den Freiheitskriegen kehrte einstweilen auch wieder Ruhe im Lande ein. Die Menschen konnten aufatmen. So wird überliefert, dass schon um 1830 herum in Förde die erste Musikkapelle gegründet, worden ist. Als Gründer wird der aus Plettenberg stammende Mühlenpächter Christian Peter Bertelmann benannt. Die Proben der Kapelle fanden in der damals noch strohgedeckten Mühle statt. Der Tod des Mühlenpächters Bertelmann im Jahre 1850 ist dann offensichtlich auch das Ende der Kapelle gewesen.

In jener Zeit wurden für die Entwicklung der damaligen Gemeinde Förde wichtige Impulse ausgelöst. 1831 wurde die Koblenz-Mindener-Straße fertiggestellt. Der erste zweispännige Postwagen wurde zwischen Meschede und Olpe eingesetzt und die erste Poststation 1849 an der Lennebrücke eingerichtet. 1861 erfolgte der Anschluss der Station Grevenbrück an das Eisenbahnnetz. Wichtige Landstraßen z.B. die Repetalstraße, wurden gebaut und erweiterten das Netz der Provinzialstraßen.

In Grevenbrück setzte infolge der Verkehrserschließung die Industrieansiedlung ein. Der Gründung der chemischen Fabrik 1873 folgte 1884 die Dynamit fabrik in Förde. Später entstanden die Grevenbrücker Kalkwerke, das Zinkwerk (später Mannesmann-Röhrenwerk) und viele andere Betriebe. Diese Unternehmungen boten den Menschen im hiesigen Raum Arbeit und Brot. Viele der Grevenbrücker Häuser „am langen Stück" entstanden in dieser Zeit. Die Betriebe konnten ihre Produkte dank ihres guten Standortes und der guten Verkehrsverbindungen über Schiene und Straße gut absetzen.

Nach dem Anschluss Grevenbrücks an die Eisenbahn wurde 1877 das Amtsgericht von Bilstein nach Förde verlegt. 1901 erfolgte die Versorgung des Ortes mit elektrischem Strom. 1910 wurde in Förde ein Katasteramt eingerichtet. 1932 verlor die Gemeinde Förde ihren Namen und heißt seither amtlich Grevenbrück.

Am 1.7.1939 wurde die Verwaltung des Amtes Bilstein nach Grevenbrück verlegt. Im Zuge der kommunalen Neugliederung 1969 ging das Amt Bilstein als Verwaltung der amtsangehörigen Gemeinden unter. Die Gemeinde Grevenbrück ging am 1.7. 1969 in der neu gebildeten Stadt Lennestadt auf.

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